Wer zum ersten Mal einen Kater hält, entdeckt manchmal Dinge, die zunächst irritieren. Dazu gehört eine Frage, die vielen Katzenhaltern peinlich ist, obwohl sie völlig normal und berechtigt ist: Haben Kater eigentlich Zitzen? Die kurze Antwort lautet: Ja, Kater haben Zitzen. Das ist weder ungewöhnlich noch ein Hinweis darauf, dass beim Geschlecht des Tieres etwas falsch bestimmt wurde. Gerade bei kurzhaarigen Katzen, frisch geschorenen Tieren oder sehr hellen Felltypen können die kleinen Erhebungen am Bauch deutlich sichtbar sein. Bei langhaarigen Katzen fallen sie dagegen oft kaum auf, weil sie unter dem Fell verborgen liegen.
Viele Menschen verbinden Zitzen automatisch mit weiblichen Tieren, weil Katzen ihre Jungen säugen. Deshalb wirkt es auf den ersten Blick überraschend, wenn auch ein männlicher Kater kleine Zitzen am Bauch hat. Tatsächlich ist das aber biologisch ganz normal. Ähnlich wie Männer Brustwarzen haben, obwohl sie keine Babys stillen, besitzen auch männliche Katzen Zitzen. Sie entstehen bereits früh in der Entwicklung des Embryos, bevor sich die geschlechtlichen Unterschiede vollständig ausprägen. Wer mehr über die ursprüngliche Diskussion in einem Katzenforum lesen möchte, findet dort ebenfalls die Erklärung, dass Kater auch Zitzen haben.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Warum haben Kater überhaupt Zitzen?
- 2 Wie viele Zitzen hat ein Kater?
- 3 Kann man das Geschlecht einer Katze an den Zitzen erkennen?
- 4 Wann sollte man genauer hinschauen?
- 5 Zitzen, Zecken oder Hautknubbel: Wie erkennt man den Unterschied?
- 6 Warum die Frage gar nicht peinlich ist
- 7 Was Katzenhalter beim Streicheln und Kontrollieren beachten sollten
- 8 Fazit: Kater mit Zitzen sind vollkommen normal
Warum haben Kater überhaupt Zitzen?
Die Erklärung liegt in der frühen Entwicklung des Körpers. Bei Säugetieren bilden sich bestimmte Körperstrukturen bereits, bevor klar sichtbar wird, ob sich ein männliches oder weibliches Tier entwickelt. Die Anlagen für Zitzen entstehen also sehr früh. Erst später wirken Hormone stärker auf die Ausbildung der Geschlechtsmerkmale ein. Bei weiblichen Katzen erfüllen die Zitzen später eine wichtige Funktion, weil sie nach der Geburt der Jungtiere Milch geben können. Bei Katern bleiben sie dagegen funktionslos, sind aber trotzdem vorhanden.

Das bedeutet: Die Zitzen eines Katers sind kein Fehler der Natur. Sie sind einfach ein Überbleibsel der gemeinsamen frühen Entwicklung männlicher und weiblicher Säugetiere. Beim Menschen ist es ähnlich. Auch Männer besitzen Brustwarzen, obwohl diese im Alltag keine Stillfunktion haben. Bei Katzen ist das Prinzip vergleichbar, nur dass die Zitzen oft kleiner, weniger auffällig und durch Fell verdeckt sind.
Wie viele Zitzen hat ein Kater?
Die Anzahl kann leicht variieren, häufig haben Katzen insgesamt acht Zitzen. Es können aber auch etwas weniger oder mehr sein. Entscheidend ist: Die Zitzen verlaufen meist paarweise entlang der Bauchseite, also ungefähr in zwei Reihen vom Brustbereich in Richtung Hinterbauch. Bei einem Kater sind sie normalerweise klein, flach und unauffällig. Je nach Fellfarbe, Hautfarbe und Körperbau kann man sie besser oder schlechter erkennen.
Besonders häufig fallen sie auf, wenn das Fell an einer Stelle dünner ist, die Katze auf dem Rücken liegt oder der Bauch wegen einer Operation, Behandlung oder Verfilzung rasiert wurde. Manche Halter entdecken sie auch beim Streicheln und denken im ersten Moment an Zecken, Pickel oder kleine Hautknubbel. Das ist verständlich, denn wer nicht damit rechnet, interpretiert solche kleinen Punkte schnell falsch.
Kann man das Geschlecht einer Katze an den Zitzen erkennen?
Nein, die Zitzen eignen sich nicht zur Geschlechtsbestimmung. Sowohl weibliche Katzen als auch männliche Kater haben sie. Wer wissen möchte, ob ein Tier männlich oder weiblich ist, sollte auf den Genitalbereich achten oder die Einschätzung eines Tierarztes einholen. Gerade bei jungen Kitten kann die Geschlechtsbestimmung für Laien schwierig sein. Bei erwachsenen, unkastrierten Katern sind die Hoden meist gut erkennbar. Bei kastrierten Katern kann es dagegen weniger eindeutig wirken, vor allem wenn man wenig Erfahrung hat.
Wenn ein Kater aus dem Tierheim stammt, bereits kastriert wurde und vom Tierarzt untersucht wurde, ist die Geschlechtsbestimmung in der Regel zuverlässig. Die sichtbaren Zitzen ändern daran nichts. Sie sind kein Hinweis darauf, dass der Kater eigentlich eine Katze ist. Viele Halter geraten trotzdem kurz ins Grübeln, wenn sie zum ersten Mal bewusst Zitzen am Bauch ihres Katers sehen. Diese Unsicherheit ist normal, aber in den meisten Fällen völlig unbegründet.
Wann sollte man genauer hinschauen?
Normale Zitzen sind klein, weich und unauffällig. Sie sollten weder stark gerötet noch geschwollen sein. Auch Krusten, Blut, nässende Stellen oder deutliche Schmerzen beim Berühren sind kein normales Zeichen. Wenn eine Zitze plötzlich größer wird, hart erscheint oder sich die Haut darum verändert, sollte ein Tierarzt darauf schauen. Das gilt für weibliche Katzen und für Kater gleichermaßen.
Bei Katern sind Erkrankungen der Milchleiste zwar deutlich seltener als bei weiblichen Tieren, aber Veränderungen an der Haut sollten grundsätzlich ernst genommen werden. Manchmal handelt es sich nur um eine harmlose Reizung, einen Insektenstich oder eine kleine Verletzung. Trotzdem ist es besser, Auffälligkeiten früh abklären zu lassen, statt lange abzuwarten. Besonders dann, wenn der Kater sich auffällig leckt, unruhig wirkt oder Berührung an der Stelle vermeidet, ist eine Untersuchung sinnvoll.
Zitzen, Zecken oder Hautknubbel: Wie erkennt man den Unterschied?
Eine Zitze sitzt fest in der Haut und lässt sich nicht wie eine Zecke abheben. Sie befindet sich meist symmetrisch zu weiteren kleinen Punkten entlang der Bauchseite. Eine Zecke wirkt dagegen oft dunkler, rundlicher und sitzt auf der Hautoberfläche. Außerdem kann eine Zecke im Laufe der Zeit größer werden, wenn sie Blut saugt. Wer unsicher ist, sollte nicht vorschnell mit einer Zeckenzange ziehen, denn das kann für die Katze unangenehm sein und die Haut verletzen.
Am besten betrachtet man den Bauch in Ruhe, wenn die Katze entspannt ist. Viele Katzen mögen es nicht, am Bauch berührt zu werden, weil diese Körperregion empfindlich ist. Deshalb sollte man nicht fest drücken oder das Tier gegen seinen Willen festhalten. Wenn der Kater sich auf den Rücken legt und entspannt wirkt, kann man vorsichtig schauen. Wirkt er gestresst, sollte man ihn in Ruhe lassen und bei Unsicherheit lieber den Tierarzt fragen.
Warum die Frage gar nicht peinlich ist
Viele Katzenhalter glauben, sie müssten solche Dinge wissen. Dabei ist Haustierhaltung immer auch ein Lernprozess. Wer zum ersten Mal einen Kater hat, entdeckt nach und nach die Besonderheiten seines Tieres. Fragen zu Körperbau, Verhalten, Pflege oder Gesundheit sind völlig normal. Gerade Katzen zeigen viele Dinge nicht offensichtlich. Sie sind eigenständig, manchmal empfindlich und lassen sich nicht immer problemlos untersuchen. Deshalb entstehen Unsicherheiten schnell.
Die Frage nach den Zitzen eines Katers zeigt sogar, dass ein Halter aufmerksam ist. Wer den Körper seines Tieres kennt, bemerkt Veränderungen schneller. Das ist wichtig für die Gesundheit der Katze. Wer weiß, was normal ist, kann besser einschätzen, wann etwas ungewöhnlich wirkt. Deshalb lohnt es sich, den eigenen Kater regelmäßig behutsam zu beobachten: Wie sieht das Fell aus? Gibt es kahle Stellen? Verändert sich die Haut? Frisst er normal? Bewegt er sich wie sonst? Solche kleinen Beobachtungen helfen, Probleme früh zu erkennen.
Was Katzenhalter beim Streicheln und Kontrollieren beachten sollten
Nicht jede Katze lässt sich gern am Bauch anfassen. Viele Katzen empfinden diese Region als besonders schutzbedürftig. Selbst wenn ein Kater sich auf den Rücken legt, bedeutet das nicht automatisch, dass er am Bauch gestreichelt werden möchte. Manche Katzen zeigen damit Vertrauen, möchten aber trotzdem nicht berührt werden. Wer den Bauch kontrollieren will, sollte daher vorsichtig, langsam und respektvoll vorgehen.
Am besten eignet sich ein Moment, in dem der Kater ruhig, müde oder besonders zutraulich ist. Man kann zunächst an einer Stelle streicheln, die er mag, etwa am Kopf, unter dem Kinn oder entlang des Rückens. Erst wenn er entspannt bleibt, kann man kurz den Bauch ansehen. Sobald der Kater mit dem Schwanz schlägt, die Ohren anlegt, wegschaut, knurrt oder mit den Pfoten abwehrt, sollte man aufhören. Vertrauen entsteht durch Geduld, nicht durch Zwang.
Fazit: Kater mit Zitzen sind vollkommen normal
Kater haben Zitzen, auch wenn diese keine Stillfunktion erfüllen. Sie entstehen früh in der körperlichen Entwicklung und sind bei männlichen Katzen genauso normal wie Brustwarzen bei Männern. Sichtbare Zitzen sind daher kein Grund zur Sorge und kein Beweis dafür, dass das Tier falsch als Kater erkannt wurde. Zur Geschlechtsbestimmung eignen sie sich nicht, weil beide Geschlechter Zitzen besitzen.
Aufmerksam werden sollte man nur, wenn sich eine Zitze oder die Haut drumherum verändert, also wenn Schwellungen, Rötungen, Schmerzen, Blutungen oder Krusten auftreten. In solchen Fällen ist ein Tierarztbesuch sinnvoll. In allen anderen Fällen gilt: Wer am Bauch seines Katers kleine Zitzen entdeckt, hat keinen medizinischen Notfall gefunden, sondern einfach ein ganz normales Merkmal des Katzenkörpers.
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